Gebrandmarkt

Wie ich soeben gelesen habe scheint es zumindest bei dieser Überwachungsfirma schon zum Alltag zu gehören.

Mitarbeiter können den Sicheheitsbereich der Firma nur noch mittels eines im Arm implantierten RFID-Chips (Funketikette) betreten.

Als fast ein Witz mutet dabei die Aussage der Firma an, dass kein Mitarbeiter dazu gezwungen werde, sich den Chip zu implantieren, andererseits aber der Zugang zum Sicherheitsbereich (bzw. Arbeitsplatz) aber nur noch mit dem Implantat möglich sei.

Als fast noch der grössere Witz mutet die Aussage von Datenschutz- und Sicherheitsexperten an, welche behaupten, die neue Lösung biete absolut keine Sicherheitsfunktionen. Der implantierte Chip lasse sich problemlos auslesen und innert einer Stunde könne eine identische Kopie, welche Tür und Tor öffnet, erstellt werden. Offenbar wurden die Chip-Implantate als Ersatz für ein bisher eingesetztes Zugangs-System eingeführt, welches bereits als unsicher bekannt war. Die Experten betonen aber, dass das alte System, zwar nicht unknackbar gewesen sei, aber immerhin dauere es einen Monat um dessen Sicherheitsfunktionen zu überwinden.

Als ob damit das Fass nicht bereits voll wäre. Der Hersteller VeriChip selbst warnt medizinisches Personal ausdrücklich davvor Magnetresonanztomographien (RMI) bei bewusstlosen Patienten mit Chip Implantaten durchzuführen. Dies weil die mit RFID-Tags bestückten Implantate, unter magnetischer Strahlung überhitzen oder sich im Körper in Bewegung setzen könnten. Ein Patient muss deshalb in der Lage sein, ungewöhnliche körperliche Wahrnehmungen und Probleme mitzuteilen, damit die Untersuchung abgebrochen wird.

Dies führt zur paradoxen Situation, dass ein Träger des Implantats, zu jeder Zeit ein Armband oder eine andere äussere Kennzeichnung auf sich tragen sollte, um nicht aus Versehen in einem Tomographen zu landen. Ironischerweise vermarktet VeriChip sein Produkt auch als implantierte Krankengeschichte für Personen die fürchten ohne klares Bewusstsein in ein Spital zu kommen, wie Alzheimer- und Demenz-Patienten.