«Angst ist ein schlechter Ratgeber»

Noch wage ich nicht zu glauben das unser Land drauf und dran ist Menschenrechtsverletzungen gesetzlich zu verankern, aber wenn die Prognosen stimmen sieht es nicht gut aus. Wie im Echo der Zeit nachzulesen und -hören ist.

Die Chancen für Asyl- und Ausländergesetz stehen gut
Knapp 10 Tage vor der Abstimmung über das Asyl- und Ausländergesetz zeigt die neueste Umfrage des Forschungsinstitutes gfs ein deutliches Bild: Der Bundesrat und die bürgerlichen Parteien sind gut im Rennen, Asyl- und Ausländergesetz dürften angenommen werden.

Und dies obwohl wir nach Strich und Faden mit dreisten Lügen abgespeisen werden.

Stöffel drückt auf den Angst-Knopf und wir schalten unser Hirn aus.

Das Rezept von Blocher und seinen Mannen ist so erfolgreich wie eh und jeh:
Sprich dem Stimmbürger seine tiefsitzenden Ängste an und er frisst dir aus der Hand.

Um Nutzen, Kosten, Missbrauch, humanitäre Tradition, Menschenrechte, Fakten und Zahlen braucht man sich dann nicht mehr zu kümmern.

Schade nur dass diese Ängste auch weiterhin begründet sein werden. Die neuen Gesetze bringen dir gar nichts lieber Stimmbüger. Ausser einem haufen neuer Probleme.
Du wirst auch nächstes Jahr deshalb nicht ruhiger schlafen können. Die Globalisierung kann dir nämlich auch der Blocher nicht vom Hals schaffen. Die Flüchtlingsströme, ob wirtschaftlich oder politisch werden nicht hier gemacht. Dein Arbeitsplatz, deine Sozialversicherung, deine Renten alles das ist in Gefahr. Aber nützt es was wenn wir deswegen Kinder jahrelang in den Knast schicken oder sie geradezu zwingen illegal im Land abzutauchen.

Sehr wahrscheinlich werden sie dann des Nachts gerade um dein Haus schleichen.

Du wirst also noch mehr Angst haben müssen, es werden wohl deswegen in der nächsten Revision ein paar noch schärfere Paragraphen eingebaut.
Fragen wir die Fachleute

In Fachkreisen sind kaum Befürworter zu finden, so wird gemäss einem Interview in der Sonntagszeitung der langjährige Chef des zuständigen Bundesamtes „Nein“ stimmen.

Unter anderem aus folgenden Gründen:

«Blo­cher und die Befürworter des Ge­setzes zeichnen ein völlig falsches Bild»

«Die ge­planten Massnahmen sind wenig effizient, weit gehend wirkungs­los und unverhältnismässig.»

Es seien bloss «populäre politische Postulate».

«Das ist eine gro­be Irreführung, und wer das wie Blocher wissentlich tut, der lügt.»

Auch die Eidgenössische Kommission für Flüchtlingsfragen (EKF) hat Bedenken zum neuen Gesetz geäussert.

Eine weitere ehemalige hochrangige Mitarbeiterin des EJPD und heutige Regierungsrätin kritisert die Vorlage ebenfalls als «Ungerecht und unwirksam» wie in einem Tages-Anzeiger Artikel nachzulesen ist.

Diese Liste liesse sich wohl noch ellenlang weiterführen. Es nützt nichts, einmal mehr werden die niederen Instinkte gewinnen.

Ausser wir schaffen es dieses eine Mal den Umschlag rechtzeitig in den Briefkasten zu werfen.

Nein Nein

Nicht zögern, einwerfen!

Solltest du unschlüssig an den übrigen Fragen dieser Abstimmung herumgrübeln, dann sind dir die Themen offensichtlich nicht so wichtig. Dann lass es einfach sein und wirf halt nur die mit den wirklich wichtigen Fragen ein (siehe Bild).

Weil das AHV Problem wird wohl mit oder ohne KOSA-Initiative ein Problem bleiben und was genau zwischen den Geleisen noch gebaut wird, darüber werden wir in Zukunft wohl eh noch streiten.

Würde der Bauer der Kuh das Kalben verbieten weil er um die Milch fürchtet?

Das kommt leider immer wieder vor. Firmen die es ohne das grosse freie Netz gar nicht gäbe (oder zumindest nicht in dieser Grösse) wollen doch tatsächlich „ihre Investitionen“ schützen in dem sie genau dieses Netz einschränken.

Telekom will Webanbieter zur Kasse bitten – Golem.de

Stellt euch doch mal vor, ein Autohändler würde ein Auto verkaufen, das zwar schneller fährt als die meisten anderen, leider fährt es aber nur auf dem Firmengelände des Händlers. Normale Strassen im In- und Ausland sind damit nicht befahrbar. Wer würde dies es Auto kaufen?

Der Erfolg des Internets gründet auf den uneingeschränkten, grenzüberschreitenden Möglichkeiten.

Nachdem sich die Internetprovider mit ihren Preiskämpfen selber die Suppe versalzen haben, laufen sie jetzt als nächstes Gefahr, gleich die ganze Suppe wegzuschütten.

Eingeschränktes Insellösungen statt ein weltumspannendes globales Netz bietet dann kaum mehr den Milliarden-Erfolg. Verlieren würden wir alle.

Rest in Peace dear Internet.